01Fragestellung
„Welche emotionale Entwicklungslogik könnte das Verhalten in bestimmten Situationen erklären?“ ist präziser als „Wie weit ist die Person entwickelt?“. Eine gute Fragestellung benennt Anlass, Kontext und die Entscheidung, die später unterstützt werden soll.
02Informationsbasis
Beobachtungen aus unterschiedlichen Situationen, Berichte vertrauter Bezugspersonen, biografische Informationen und relevante medizinische oder psychologische Befunde gehören zusammen. Eine einzelne Krisensituation reicht nicht.
03Kontext
Lärm, Schmerzen, Schlaf, Veränderungen, Beziehung, Sprache, sensorische Belastung und Tagesform können Verhalten massiv beeinflussen. Wer Kontext ignoriert, verwechselt leicht Belastungsreaktionen mit stabilen Kompetenzen.
04Differentialdiagnostik
Entwicklungspsychologische Erklärungen dürfen körperliche Erkrankungen, psychische Störungen, Autismus, Trauma oder Kommunikationsprobleme nicht verdecken. Mehrere Erklärungsebenen können gleichzeitig richtig sein.